Für Eltern

    Die Zeitumstellung Kindern erklären

    Zweimal im Jahr passiert etwas, das Kinder zu Recht verwirrt: Alle Uhren zeigen plötzlich eine andere Zeit, obwohl doch niemand am Tag gedreht hat. Die Zeitumstellung ist erklärungsbedürftig, aber sie ist auch eine Gelegenheit: Kaum ein Anlass eignet sich besser, um mit Kindern über Uhren und Zeit zu sprechen.

    Was in dieser Nacht passiert

    In der Schweiz und ihren Nachbarländern werden die Uhren am letzten Sonntag im März eine Stunde vorgestellt (auf Sommerzeit: aus 2 Uhr nachts wird 3 Uhr) und am letzten Sonntag im Oktober eine Stunde zurückgestellt (aus 3 Uhr wird wieder 2 Uhr).

    Wichtig für Kinder: Nicht die Zeit ändert sich, sondern nur die Uhren: Die Sonne geht auf und unter wie immer. Nur diese eine Nacht ist eine Stunde kürzer (Frühling) oder eine Stunde länger (Herbst); ab dem nächsten Tag läuft alles wieder normal, nur mit anderen Zahlen auf dem Zifferblatt.

    Kindgerecht erklärt, mit Eselsbrücken

    Die abstrakte Regel wird greifbar, wenn man sie an den Alltag bindet: «Heute Nacht stellen alle ihre Uhren um eine Stunde vor. Darum ist morgen früher Schlafenszeit, dafür bleibt es abends länger hell.»

    Fürs Merken der Richtung helfen Eselsbrücken: Im Frühling stellt man die Gartenmöbel VOR das Haus, und die Uhr VOR. Im Herbst kommen die Möbel ZURÜCK ins Haus, und die Uhr ZURÜCK. Oder über die Temperatur gedacht: Im Sommer gibt es Plus-Grade (plus eine Stunde), im Winter Minus-Grade (minus eine Stunde).

    Der beste Uhren-Lernanlass des Jahres

    Am Umstellungswochenende dürfen Kinder tun, was sonst verboten ist: an den Uhren drehen. Nutzt das!

    • Lasst dein Kind alle analogen Uhren im Haus selbst umstellen: eine Stunde vor oder zurück, Uhr für Uhr. Besseres Zeiger-Training gibt es nicht.
    • Sucht gemeinsam die Uhren, die sich selbst umstellen (Handy, Computer, Funkuhr), und besprecht, woher die wohl die neue Zeit «wissen».
    • Vergleicht vorher/nachher: «Gestern war es um 18 Uhr dunkel, heute ist es um 18 Uhr noch hell. Wie kommt das?»

    Den Mini-Jetlag sanft abfedern

    Für den Körper ist die Umstellung ein kleiner Jetlag, den Kinder mit festem Rhythmus stärker spüren als Erwachsene. Die Frühjahrs-Umstellung («eine Stunde weniger Schlaf») ist dabei die härtere der beiden.

    Wer es sanft will, verschiebt Zubettgeh- und Essenszeiten schon drei, vier Tage vorher täglich um 15 Minuten: im Frühling jeden Tag 15 Minuten früher, im Herbst jeden Tag 15 Minuten später. Und danach: ein paar Tage Geduld, denn quengelige Kinder in der Umstellungswoche sind normal und kein Erziehungsproblem.

    Häufige Fragen

    Warum gibt es die Zeitumstellung überhaupt?

    Die Sommerzeit wurde eingeführt, um das Tageslicht besser zu nutzen: abends länger hell, weniger Energieverbrauch, so die Idee. Ob die Rechnung aufgeht, ist bis heute umstritten. Für Kinder reicht: «Die Menschen haben das so vereinbart, damit es im Sommer abends länger hell ist.»

    Wird die Zeitumstellung abgeschafft?

    Das EU-Parlament hat 2019 für ein Ende der Umstellung gestimmt, die EU-Staaten haben sich seither aber nicht auf ein Vorgehen geeinigt; umgesetzt ist nichts. Die Schweiz hat die Sommerzeit 1981 eingeführt, nachdem eine Volksabstimmung 1978 noch Nein gesagt hatte und das Land zur «Zeitinsel» geworden wäre. Bis heute gilt: Solange die Nachbarländer umstellen, stellt auch die Schweiz um.

    In welche Richtung wird nochmal gestellt?

    Im Frühling vor (2 → 3 Uhr, eine Stunde «fehlt»), im Herbst zurück (3 → 2 Uhr, eine Stunde «geschenkt»). Eselsbrücke: Gartenmöbel im Frühling VOR das Haus, im Herbst ZURÜCK ins Haus.

    Zeiger drehen kann man auch üben

    In der Zeitlernen-App stellen Kinder interaktive Uhren selbst ein und lesen sie ab, mit wählbarem Schwierigkeitsgrad. Kostenlos, werbefrei und in vier Sprachen.